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Timo

Hi, ich bin Timo Mämecke, Software-Entwickler aus Köln.

Verschiedene Gedanken, die ich mir die letzten Wochen gemacht habe

Ich hatte mir ein paar Gedanken notiert, zu denen ich eigentlich jeweils einen Beitrag schreiben wollte. Irgendwie habe ich dann doch nicht die Muse dazu gefunden, deshalb schreibe ich sie jetzt einfach schnell runter.

Ich freu mich auf den Herbst. Ich mag den Sommer (wenn er nicht wochenlang heiß und stickig ist), aber den Herbst mag ich auch sehr gerne; wenn es immer früher dunkel wird, und wenn es dadurch auch ein bisschen ruhiger wird. Ich mag die Abende, an denen es auch mal etwas windig wird. Ich muss nicht immer mit kurzer Hose und Shirt rumlaufen. Die Tage, an denen es in Pulli und Jeans ausreichend warm ist, finde ich auch mal schön. Wenn es draußen dunkel und stürmisch ist, und das Herbstfeeling so richtig aufkommt, fühle ich mich drinnen immer sehr wohl. Ich höre im Herbst immer das MTV Unplugged In New York von den Sportfreunden Stiller. Jedes Jahr, schon seit 9 Jahren.

Wenn der Winter zu Ende geht, freue ich mich auf den Sommer. Und wenn der Sommer langsam endet, freue ich mich auf den Herbst. Jedes Jahr.


Ich muss dringend abnehmen. Abnehmen ist bei mir so eine Sache, die immer hin und her ging. Ich fange damit an, aber gebe mir nach ein paar Wochen immer und immer mehr Freiheiten. Am Anfang bin ich jedes Mal sehr streng zu mir selbst, aber irgendwann gar nicht mehr. Ich achte jetzt genau auf diese Momente und werde nicht weich.

Mein Onkel hat in den letzten Monaten gewaltig abgenommen, und er meinte zu mir, dass mann nicht abnehmen muss, sondern abnehmen will. Das hatte mich tatsächlich zum Nachdenken gebracht. Mittlerweile bin ich jetzt auch im will-Mindset angekommen.


Investitionen, die ich viel früher hätte machen sollen:

  • Wie konnte ich ein Jahr lang ohne meinen Waschtrockner leben? Damals™ bin ich immer mit meinem Sack Wäsche zum Waschsalon um die Ecke gegangen, und habe mein Leben als Waschsalongänger einfach so hingenommen. Rückblickend schreckliche Zeiten.
  • Ich habe mir ein anständiges Kopfkissen gekauft und habe endlich wieder einen erholsamen Schlaf. Die letzten Monate habe ich immer schlechter geschlafen, weil ich ständig in der Nacht mein Kopfkissen gewechselt, gedreht und zerknüllt habe.
  • Ich benutze Flaschenpost (ein bekannter Getränkelieferant) jetzt auch schon etwas länger, aber trotzdem habe ich viel zu lange Getränke geschleppt, nachdem ich nach Köln gezogen bin. Bei jeder Bestellung denke ich mir: “Geil ey, Großstadt”.
  • In diese Liste wird wohl bald mein Staubsauger-Roboter mit aufgenommen, der aktuell noch im Amazon Einkaufswagen liegt.

Ich sehe meinen alten Freundeskreis (aus der Heimat) immer seltener. Nachdem ich mit einigen von den “alten Leuten” Silvester gefeiert habe, habe ich sie ein halbes Jahr lang nicht gesehen. Das hat mich ein bisschen nachdenklich gemacht. Ich würde alle natürlich gerne öfter sehen, aber man geht immer mehr seinen eigenen Weg, und ich bin immer weniger in der Heimat. Meistens fahre ich dort wegen der Familie hin. Aber wenn es Herbst wird, wird es auch wieder Bierfest-Zeit, und da werde ich bestimmt die Meisten wieder treffen. Darauf freue ich mich! Hach, Herbst.

Ich habe eine Startup-Idee, und ich schenke sie dir

Gute Startup-Ideen lösen ein Problem, und ich habe ein ziemlich großes Problem: Kartons.

Ich bestelle viel bei Amazon. Wieso sollte ich auch quer durch Köln zu einem Elektrohändler fahren, mir dort einen Staubsauger kaufen und den zu mir nach Hause schleppen, wenn ich mir das gleiche mit nur einem Klick bis an die Wohnungstür liefern lassen kann.

Amazon liebt Verpackungen. Pakete sind in Paketen, welche wiederum in Paketen verpackt sind. Dazu noch viel von diesem braunen zerknüllten Papier und andere Platzfüller aus Pappe, damit die Pakete in den Paketen nicht herum rutschen und die Ware sicher transportiert werden kann. Sobald ich diese Papp-Matroschka ausgepackt habe, freue ich mich zwar über meinen neuen Staubsauger, habe jetzt aber noch zusätzlich einen Haufen Altpapier, den ich irgendwie entsorgen muss.

Meine Nachbarn bestellen auch viel bei Amazon. Unsere Papiertonnen sind ständig voll mit Amazon-Kartons. Aber Papiertonnen sind dafür gar nicht gemacht. Früher gab es nicht so viel sperriges Altpapier. Heute gibt es das massig, aber die Tonne ist die ganze Zeit gleich geblieben. Kartons müssen auseinandergerissen werden, weil ansonsten nur drei Stück in eine Tonne passen würden. Und manchmal fällt in einer einzigen Amazon-Lieferung so viel Altpapier an, dass ich auch kompakt und zerrissen immer noch fast eine ganze Tonne damit fülle.

“Aber Timo, wenn die Tonnen nicht mehr ausreichen, kannst du das dem Vermieter sagen und der bestellt dann mehr Tonnen.”

Ich bin davon überzeugt, dass weitere Tonnen das Problem nicht lösen. Ein gefalteter Karton will wieder zurück in seine Ursprungsform. Wenn meine Nachbarn einen Karton fröhlich in die Tonne stopfen, und die Pappe entfaltet sich darin wieder, räumt der nächste Hausbewohner garantiert nicht den Müll nochmal raus, um alles sauber und ordentlich wieder einzusortieren. Das ist kein Problem von meinen Nachbarn, ich mache nämlich bestimmt das Gleiche. Um eine Papiertonne effizient zu füllen, muss mit einigem Aufwand alles zerrissen werden – natürlich geht es hier auch um Gemütlichkeit.

Die Lösung: hol meine Kartons ab, und ich bezahle dich dafür. Das ist mein voller Ernst. Komm mit einem Kleintransporter zu mir gefahren, lade meinen sperrigen Papiermüll ein, und ich bin ein glücklicher und wiederkehrender Kunde. Müll ist eine eklige Angelegenheit? Papiermüll nicht. Niemand ekelt sich vor Kartons. Aber ich bekomme jetzt schon Schweißperlen auf der Stirn, wenn ich nur daran denke, was ich mit all den Kartons zur Weihnachtszeit machen soll.

Der Online-Versand steigt von Jahr zu Jahr. Die KEP-Branche (Kurier-Express-Paket) ist eine der am stärksten wachsenden Branchen (Quelle), weil wir uns jeden Scheiß liefern lassen. Mittlerweile hat Amazon sogar einen eigenen Lieferdienst, weil wir so viel bestellen, dass es finanziell einfach sinnvoller ist. Auf die Schnelle finde ich kein Diagramm für die Anzahl der versendeten Pakete über die letzten Jahre, und wenn ich eins finden würde, dürfte ich es garantiert nicht verwenden, aber ich stelle es mir ungefähr so vor:

Ein sehr präziser Graph über die Entwicklung von versendeten Paketen

Solltest du dich also dazu berufen fühlen und ein Altpapier-Abholservice-Startup gründen wollen, biete ich dir jetzt und hier an, dass ich dir deine Onlinepräsenz komplett maßgeschneidert programmiere, inklusive Buchung für den Kunden, Verwaltung für dich und was du sonst noch brauchst, um online starten zu können. Melde dich bei mir! (Google einfach meinen Namen, du wirst was passendes finden. Und mach bitte schnell, ich weiß nicht mehr wohin mit all den Kartons.)

Alexa, halt die Klappe!

Es ist 2018: Meine Wohnung ist ausgestattet mit Philips Hue Leuchten, einige Smart-Steckdosen, und meine Heizung ist auch mit dem Internet verbunden. Vor 4 Jahren war das für mich noch Zukunftsmusik, deren Sinn ich noch nicht ganz verstanden habe. “Wow, wenn ich eine Notification bekomme kann das Licht im Wohnzimmer in einer bestimmten Farbe blinken. Toll.”

Die Zukunft kam schnell. Vor ein paar Wochen habe ich den Lichtschalter meiner Schreibtischlampe angeschaut und war etwas verwirrt. Ich habe diesen Schalter so lange nicht mehr angefasst, dass ich für einen kurzen Augenblick unsicher war, was ich normalerweise damit mache. (Ich war in diesem Moment aber auch allgemein verpeilt.) Ich habe ihn dann übrigens verwirrt betätigt – und erst dann ist mir wieder eingefallen, dass ich die Lampe dadurch ausgeschaltet habe, weil Hue-Leuchten ja immer eine Stromzufuhr brauchen.

Außerdem habe ich in meinem Wohnzimmer ein Amazon Echo stehen, und in der Küche ein Google Home Mini. Kleine Computer, die einfach so zuhause rumstehen, mit dem Internet verbunden sind und darüber andere Geräte in meiner Wohnung ansteuern können. Das muss man sich mal geben. Wir leben in der fucking Zukunft!

Aber mit beiden Sprachassistenten bin ich gar nicht so zufrieden. Sie passen irgendwie nicht zu unserem aktuellen technologischen Stand. All diese Smart-Home Geräte sollen unser Leben vereinfachen, aber Sprachassistenten sind einfach nur nervig.

Das Echo benutze ich sehr oft für Licht an-/ausschalten. Allein schon die Tatsache, dass Alexa immer wieder “Ok.” antwortet, nervt mich ein kleines bisschen. Ich brauche dafür keine Bestätigung. Ich erwarte, dass es funktioniert. Ich würde auch erwarten, dass ich mehrere Leuchten in einem Satz einschalten kann, oder dass ich mich versprechen und verbessern kann, ohne “Ugh, stop.” sagen zu müssen.

Wenn ich Alexa explizit frage, wie viel Grad es sind, antwortet sie “In Altstadt Süd beträgt die Temperatur aktuell 29 Grad Celsius bei überwiegend sonnigem Himmel.” und hält mir danach noch einen Roman darüber, wie das Wetter in der Zukunft wird, welchen ich wieder mit “Alexa, stop.” unterbrechen muss. Ich habe doch nur nach der Temperatur gefragt! Nicht nach meinem aktuellen Standort (den ich selbst kenne), nicht nach dem Wetter morgen, und eine Gradangabe in Celsius ist bei uns auch üblich. Wieso bekomme ich als Antwort nicht einfach: “Es sind 29 Grad.”

Und das ist mittlerweile die verbesserte Version der Wetteransage! Vor ein paar Versionen hat Alexa so viel geredet, bis sie mir endlich das gesagt hat, nach dem ich gefragt habe. Der Google Assistant macht es ein bisschen besser, aber redet auch noch zu viel.

Deshalb nutze ich meine Sprachassistenten wenig und ungerne. Es ist technisch gesehen toll, dass ich einen ganzen Satz sagen kann und von einem Computer in einer natürlichen Stimme einen kompletten Satz als Antwort bekomme. Es ist aber nicht praktisch. Ich habe das Gefühl, dass Konzepter und Entwickler zu sehr an SciFi-Filme gedacht haben, in denen der Schauspieler sein intelligentes Haus fragt “Kannst du bitte die Heizung etwas wärmer stellen? Mir ist ein bisschen kalt.” und eine sanfte Stimme antwortet: “Aber gerne doch, Dave.”

So wird die Zukunft aber nicht aussehen.

Schlafen, wenn es dunkel ist

Als ich Ende 2016 nach Köln gezogen bin, hatte meine neue Wohnung ein großartiges Feature: Rollläden. Das war für mich sehr aufregend, weil ich endlich wieder in totaler Finsternis schlafen konnte.

Meine alte Wohnung in Gummersbach hatte nur Rollos von Ikea, die innen angebracht waren und an den Seiten trotzdem Licht durchgelassen haben. Ich habe das gehasst. Jeden morgen war mein Schlafzimmer in ein ungemütliches kaltes Licht gehüllt und hat mich aus dem Schlaf gerissen. Ich wollte auch nicht versuchen, ganz ohne Rollos zu schlafen, weil es eine Erdgeschosswohnung war und ich nicht wollte, dass irgendjemand von draußen in meine Wohnung schauen kann und mich im Bett liegen sieht. (Eine berechtigte Sorge, weil Leute ständig in meine Wohnung gespannt haben, wenn sie am Haus vorbei liefen.)

then
Alleine schon die Tatsache, dass ich damals (2015) dieses Foto gemacht habe, zeigt wie sehr mich die ganze Situation genervt hat.

In meiner ersten Nacht in der Kölner Wohnung habe ich die Rollläden runter gemacht und mich wirklich gefreut. Ich hatte in dieser Nacht wunderbar geschlafen; wahrscheinlich, weil ich vom Umzug sehr erschöpft war, aber die Dunkelheit war fantastisch und auch die kommenden Nächte waren grandios und dunkel. Ich konnte so gut und vor allem so tief schlafen. Auch morgens bin ich nochmal in einen richtig tiefen Schlaf gefallen.

Ich habe morgens so tief geschlafen, dass ich nur sehr schwer aufstehen konnte. Ich hätte einfach immer weiter schlafen können.

Vor ein paar Wochen ist mir dann selbst aufgefallen, dass das dumm ist. Ich habe mich morgens gerädert gefühlt, kraftlos, ohne Motivation, und das wollte ich einfach nicht mehr. Ich möchte gerne früh und problemlos aufstehen können. Scheiß auf Schlaf: wenn man wach ist, geht das Leben ab.

now
Neue Licht-Schlaf-Situation in meinem Leben.

Seit ein paar Wochen lasse ich meine Rollläden also mindestens auf Schlitz, meist ein drittel offen. Ihr fragt euch, wie ich damit klar komme? Ganz gut! Ich mag im Sommer nachts das orangene Licht von der Straße. Morgens geht mir das Sonnenlicht zwar noch auf den Sack, aber immerhin: ich schlafe morgens nicht mehr so tief, wache manchmal auch vor meinem Wecker auf und bin nicht mehr so müde. Verrückt, wie sich alle paar Jahre die eigenen Angewohnheiten ändern.