timomeh

Mein heutiger DayOne Eintrag endete mit:

Ich muss unbedingt abnehmen.

Heute habe ich mir eine Pizza bestellt.

Für viele ist die Küche ein geselliger Raum. Lebt man mit mehreren Personen, dann ist die Küche der Treffpunkt. Man kocht, man isst, man bleibt danach noch etwas sitzen. Hat man etwas Zeit zum Ausspannen, dann macht man sich einen Kaffee und setzt sich an den Küchentisch (natürlich diskriminiere ich nicht andere Heiß- und Kaltgetränke). Bei mir ist das nicht so. Meine Küche ist ein kalter, unaufgeräumter Raum, der ständig voller Geschirr ist. Ich habe einen relativ großen Küchentisch, dazu 4 Stühle. Die letzten 3 Jahre, also seitdem ich meine Wohnung bezog, habe ich diesen Raum meist nur zweckmäßig zum Kochen, Abspülen und Lagern von Geschirr benutzt. Ausnahmen bestätigen die Regel. Mittelpunkt meiner Wohnung war immer mein Wohn-Schlaf-Arbeitszimmer. Nur selten saß ich mit Freunden in der Küche. Von meinen Eltern habe ich diese Einstellung garantiert nicht übernommen, dort war (und ist) die Küche der Mittelpunkt.

Das hat sich einfach so geändert. Ich habe meine Einstellung dazu geändert. Ich habe mich selbst auch etwas geändert. Meine Küche ist nun meist aufgeräumt, das Geschirr steht nicht lange beschmutzt herum, der Küchentisch ist frei und es lädt zum Hinsetzen ein. Mein Essen, was ich zuvor in meinem Zimmer (das ist die Abkürzung für mein Wohn-Schlaf-Arbeitszimmer) gegessen habe, stelle ich nun auf den Küchentisch und esse dort. Ich sitze dort jetzt zum Lernen. Ich bin seitdem etwas entspannter und nehme mir mehr Zeit für mich.

Am meisten erstaunt mich das, weil ich nicht weiß, woher es plötzlich kommt. Aber ich mag es.

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Es gibt so viel zu tun. Nichts davon tue ich, weil ich leidenschaftlich dahinter stehe. Ich tue einfach und hoffe, dass es irgendwann vorbei geht. Ich setze mir immer wieder ein Datum als Ziel, zu dem der Stress vorbei sein wird, und ich mich endlich wieder auf wichtige Dinge konzentrieren kann, nur um zu erkennen, dass der Stress weiter geht, und ich das Enddatum immer weiter nach hinten schiebe. Ziele sind da, aber fühlen sich nicht als solche an, wenn die Grenze zwischen erreichtem Ziel und neuem Ziel so verschwimmt, dass keine Freude entstehen kann. Dass kein Stress abfallen kann. Es sind alles fremde Ziele, und nicht meine Ziele, die erreicht werden müssen. Was muss ich tun, um mich meinen Zielen widmen zu können und sie zu vollenden? Andere Leute dafür bezahlen, dass sie das für mich tun? Dann habe ich nichts erreicht, schließlich ist der Weg das Ziel, wie Konfizius es scheinbar gesagt hat, nachdem ich erstmal dieses Zitat gegooglet habe.

Ich schreibe jetzt noch drei Mal Ziel, um den Wordcount von Ziel auf 14 zu erhöhen: Ziel, Ziel, Ziel. Ziel ist ein komisches Wort.

Hallo, zukünftiger Student oder andere Person, die gerade ausgezogen ist und zum ersten Mal auf eigenen Beinen lebt. Wenn du jetzt ein paar Tage oder Wochen alleine lebst, wirst du dir die Frage stellen, die ich mir auch gestellt hatte, als ich in deiner Situation war: »Verdammt, was koche ich mir nur?« Es gibt vielleicht 4 Gerichte, die du auf die Reihe bekommt, bevor die Kreativität aufhört. Es soll etwas gutes sein, nicht so lange dauern und danach soll man nicht so viel abspülen müssen.

Keine Sorge, ich höre dich.

Das erste Gericht, das in meiner Wohnung zubereitet wurde, war Kling’sches Pfannenchili. Ein Chili, benannt nach einem gewissen Herrn Kling, der mir die Kunst des am gleichen Tag erfundenen Kling’schen Pfannenchilis beigebracht hat. Sehr simpel und eignet sich super, falls man vergessen hat, Teller zu kaufen – oder Besteck. Ein Fehler, der natürlich jedem passieren kann.

Man braucht:

  • Hack, halb/halb, eine gute Portion
  • 1 Dose Mais
  • 1 Dose Kidney Bohnen
  • 1 Flasche Soße. Ihr wisst ja, wie diese Grillsoßen. Es passt Salsa, Chili, sogar Süß-Sauer, oder was sonst so im Regal steht.
  • Öl
  • 1 Pfanne
  • 1 Kochlöffel
  • Baguette oder Brötchen

Öl in der Pfanne erhitzen, Hackfleisch anbraten, dann Soße, Mais und Bohnen dazu. Auf dem Herd köcheln lassen, damit es nicht zu soßig ist. Fertig. Essbar aus der Pfanne mit dem Baguette anstatt Besteck, auf dem Boden. Warum auch nicht.

Würde ich den absoluten Mittelpunkt meines Tages nennen müssen, dann wäre es Schlaf. Natürlich gibt es viele wichtige und schöne Gedankengänge außer Schlaf, die mich über den Tag beschäftigen; und noch viel mehr, was mich im großen Ganzen betrachtet beschäftigt. Doch trotzdem dreht sich alles am Tag um meinen Schlaf. Aufstehen ist so schwer, und ausgeschlafen fühle ich mich sowieso nie. Für mich beginnt mein Tag damit, dass ich plötzlich im Bad stehe. Keine Ahnung, was davor passiert ist. Ich weiß nur dank einer Uhr im Bad, dass ich im Zeitplan bin. Mein gesamter Morgen, Vormittag und Mittag besteht nur daraus, dass ich ständig darüber meckere, wieder schlafen zu wollen. Es gibt immer etwas, was mich daran hindert, diesem Wunsch nachzukommen. Der ganze Abend wird doch wieder vor dem Rechner verbracht. Irgendwann bin ich doch wieder wach und kann nicht schlafen. Es wird ein guter Abend, wenn ich vor 3 Uhr einschlafe. Selbst dann wird es dank meiner kreativen Träumen keine ganz so erholsame Nacht.

Ach, ja: meine tolle Fähigkeit, total lebhafte Träume zu haben und mich danach fast ganz an sie erinnern zu können. Darüber kann ich auch mal was erzählen.

Erinnerst du dich daran, als du vor vielen Jahren mal etwas so blödes getan hast, dass du dich dafür schämst, sobald die Erinnerung daran wieder kommt? Kennst du dieses Gefühl vom Fremdschämen vor dem eigenen Ich? Könntest du zurück, wüsstest du dann jetzt besser, was du stattdessen hättest tun sollen? Wünschst du dir, diese vergangenen Momente noch einmal leben zu können, um die besseren Entscheidungen zu treffen? Wenn mir Momente aus der Vergangenheit in den Kopf schießen, dann habe ich oft genau diese Gedanken. Nicht immer, aber sagen wir mal: mehr als die Hälfte. Dabei ist es meist gut so, dass es passiert ist, wie es eben passiert ist. Genauer gesagt war letztendlich alles richtig so, auch wenn es auf die Gegenwart schlechte Auswirkungen hatte. Die Entscheidungen, die wir täglich treffen, sind immer die richtigen, denn sie machen uns zu dem Menschen, der wir jetzt im Hier sind. Ein Mensch, den andere für jene Entscheidungen schätzen, auch wenn sie das gar nicht genau wissen. Es gibt nichts zu ändern, nichts zu verbessern, nicht zum schämen. Es gibt schöne Erinnerungen, lustige und auch traurige. Ohne diese Kombination, die uns erst zu einem Individuum macht, wären wir alle verdammt langweilige Lehrer. Und gebt’s zu: wer mag schon Lehrer?

Wenn ich dieses Wochenende irgendetwas gelernt habe, dann die Tatsache, dass das 22. Lebensjahr unglaublich langweilig ist. Scheinbar ist man mit 22 zu alt um rechtzeitig mit den anderen Kids einen Alkoholpegel erreicht zu haben, bei dem man die Situation mit Spaß ertragen kann. Viel zu früh kommt die unbefriedigende Erkenntnis, dass man jetzt erstmal den Alkohol zur Seite stellen sollte. Das bedeutet nicht, dass ich jede gesellige Feier automatisch mit Alkohol verbinde. Jedoch sollte man es bei manchen – zum Selbstschutz.

Ich habe schlichtweg keine Lust auf Langeweile; und doch sorge ich selbst dafür, dass es langweilig bleibt. Bleibe lieber daheim, weil man keine weiten Wege gehen muss, um daheim zu bleiben. Als würde ich wissen, wie der Abend wird; als könnte ich in die Zukunft schauen. Wie der Meteorologe, der bei der Wettervorhersage eine Tüte über dem Kopf trägt, weil seine letzte Vorhersage falsch war.

Sei mal impulsiver, Timo. Sorg mal selbst dafür, dass dir der ganze Quatsch auch Freude bereitet.

»Gegen das System für mein Immunsystem.«
– Bosse, cooler Typ, Zitat total aus dem Zusammenhang gerissen.

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