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Timo

Hi, ich bin Timo Mämecke, Software-Entwickler aus Köln.

Alexa, halt die Klappe!

Es ist 2018: Meine Wohnung ist ausgestattet mit Philips Hue Leuchten, einige Smart-Steckdosen, und meine Heizung ist auch mit dem Internet verbunden. Vor 4 Jahren war das für mich noch Zukunftsmusik, deren Sinn ich noch nicht ganz verstanden habe. “Wow, wenn ich eine Notification bekomme kann das Licht im Wohnzimmer in einer bestimmten Farbe blinken. Toll.”

Die Zukunft kam schnell. Vor ein paar Wochen habe ich den Lichtschalter meiner Schreibtischlampe angeschaut und war etwas verwirrt. Ich habe diesen Schalter so lange nicht mehr angefasst, dass ich für einen kurzen Augenblick unsicher war, was ich normalerweise damit mache. (Ich war in diesem Moment aber auch allgemein verpeilt.) Ich habe ihn dann übrigens verwirrt betätigt – und erst dann ist mir wieder eingefallen, dass ich die Lampe dadurch ausgeschaltet habe, weil Hue-Leuchten ja immer eine Stromzufuhr brauchen.

Außerdem habe ich in meinem Wohnzimmer ein Amazon Echo stehen, und in der Küche ein Google Home Mini. Kleine Computer, die einfach so zuhause rumstehen, mit dem Internet verbunden sind und darüber andere Geräte in meiner Wohnung ansteuern können. Das muss man sich mal geben. Wir leben in der fucking Zukunft!

Aber mit beiden Sprachassistenten bin ich gar nicht so zufrieden. Sie passen irgendwie nicht zu unserem aktuellen technologischen Stand. All diese Smart-Home Geräte sollen unser Leben vereinfachen, aber Sprachassistenten sind einfach nur nervig.

Das Echo benutze ich sehr oft für Licht an-/ausschalten. Allein schon die Tatsache, dass Alexa immer wieder “Ok.” antwortet, nervt mich ein kleines bisschen. Ich brauche dafür keine Bestätigung. Ich erwarte, dass es funktioniert. Ich würde auch erwarten, dass ich mehrere Leuchten in einem Satz einschalten kann, oder dass ich mich versprechen und verbessern kann, ohne “Ugh, stop.” sagen zu müssen.

Wenn ich Alexa explizit frage, wie viel Grad es sind, antwortet sie “In Altstadt Süd beträgt die Temperatur aktuell 29 Grad Celsius bei überwiegend sonnigem Himmel.” und hält mir danach noch einen Roman darüber, wie das Wetter in der Zukunft wird, welchen ich wieder mit “Alexa, stop.” unterbrechen muss. Ich habe doch nur nach der Temperatur gefragt! Nicht nach meinem aktuellen Standort (den ich selbst kenne), nicht nach dem Wetter morgen, und eine Gradangabe in Celsius ist bei uns auch üblich. Wieso bekomme ich als Antwort nicht einfach: “Es sind 29 Grad.”

Und das ist mittlerweile die verbesserte Version der Wetteransage! Vor ein paar Versionen hat Alexa so viel geredet, bis sie mir endlich das gesagt hat, nach dem ich gefragt habe. Der Google Assistant macht es ein bisschen besser, aber redet auch noch zu viel.

Deshalb nutze ich meine Sprachassistenten wenig und ungerne. Es ist technisch gesehen toll, dass ich einen ganzen Satz sagen kann und von einem Computer in einer natürlichen Stimme einen kompletten Satz als Antwort bekomme. Es ist aber nicht praktisch. Ich habe das Gefühl, dass Konzepter und Entwickler zu sehr an SciFi-Filme gedacht haben, in denen der Schauspieler sein intelligentes Haus fragt “Kannst du bitte die Heizung etwas wärmer stellen? Mir ist ein bisschen kalt.” und eine sanfte Stimme antwortet: “Aber gerne doch, Dave.”

So wird die Zukunft aber nicht aussehen.