timomeh

Für viele ist die Küche ein geselliger Raum. Lebt man mit mehreren Personen, dann ist die Küche der Treffpunkt. Man kocht, man isst, man bleibt danach noch etwas sitzen. Hat man etwas Zeit zum Ausspannen, dann macht man sich einen Kaffee und setzt sich an den Küchentisch (natürlich diskriminiere ich nicht andere Heiß- und Kaltgetränke). Bei mir ist das nicht so. Meine Küche ist ein kalter, unaufgeräumter Raum, der ständig voller Geschirr ist. Ich habe einen relativ großen Küchentisch, dazu 4 Stühle. Die letzten 3 Jahre, also seitdem ich meine Wohnung bezog, habe ich diesen Raum meist nur zweckmäßig zum Kochen, Abspülen und Lagern von Geschirr benutzt. Ausnahmen bestätigen die Regel. Mittelpunkt meiner Wohnung war immer mein Wohn-Schlaf-Arbeitszimmer. Nur selten saß ich mit Freunden in der Küche. Von meinen Eltern habe ich diese Einstellung garantiert nicht übernommen, dort war (und ist) die Küche der Mittelpunkt.

Das hat sich einfach so geändert. Ich habe meine Einstellung dazu geändert. Ich habe mich selbst auch etwas geändert. Meine Küche ist nun meist aufgeräumt, das Geschirr steht nicht lange beschmutzt herum, der Küchentisch ist frei und es lädt zum Hinsetzen ein. Mein Essen, was ich zuvor in meinem Zimmer (das ist die Abkürzung für mein Wohn-Schlaf-Arbeitszimmer) gegessen habe, stelle ich nun auf den Küchentisch und esse dort. Ich sitze dort jetzt zum Lernen. Ich bin seitdem etwas entspannter und nehme mir mehr Zeit für mich.

Am meisten erstaunt mich das, weil ich nicht weiß, woher es plötzlich kommt. Aber ich mag es.

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